Andacht
Auf dem Weg ins Ungewisse
Liebe Gemeinde, Advents – und Weihnachtszeit: hoffentlich mit ein paar Tagen zum Innehalten, zur Besinnung, zum Atemholen und Kraftschöpfen, zum Überdenken des Alten und des Neuen. Besonders an der Schwelle zum Jahreswechsel. Gut zu wissen, dass Gott zu uns Menschen und mit uns Menschen unterwegs ist. Wir werden nicht allein gelassen. Albrecht Dürer hat dies 1503 auf seinem Holzschnitt mit dem Titel „Marienleben. Die Flucht nach Ägypten“ dargestellt. Der Weg führt aus dem Dunkel über einen steinigen Pfad ins Helle. Eine Brücke über einen Graben ermöglicht eine neue Wegstrecke, eine neue Perspektive. Maria und Josef gehen diesen Weg, in ihrer Mitte das Jesuskind, als Beginn der neuen Zukunft. Josef ist abzuspüren, dass er unsicher ist auf diesem Weg ins Ungewisse, dessen Ziel jenseits der Brücke für uns nicht erkennbar ist. Er scheint besorgt und blickt zurück – nicht viel anders als wir in unseren Tagen: Da gab es schmerzhafte Verletzungen und Auseinandersetzungen, Schweigen, wo Reden nötig gewesen wäre, Hoffnungen und Wünsche, die unerfüllt geblieben sind, Enttäuschungen, die Neuanfänge zunichtemachten. Die Schnelllebigkeit und Unsicherheit in diesen Jahren bringen mich ins Grübeln. Ich muss mein Leben umstellen, weiß aber nicht, ob ich das schaffe. Manchen blieb nur die Flucht in Einsamkeit und Verbitterung, Flucht in die selbstgewählte Isolation. Wenn ich dieses Bild betrachte, dann höre ich Melodie und Text von Lied 548 im Evangelischen Gesangbuch „Die Weisen sind gegangen“ in meinem Ohr. Da heißt es in der 4. Strophe: „Auch sie sind nicht geblieben, die beiden mit dem kleinen Kind. Ob sie schon an der Grenze sind, geflüchtet und vertrieben, geflüchtet und vertrieben.“ Unterwegs auf dem Weg ins Ungewisse. Das muss aber kein Weg in die Hoffnungslosigkeit sein. Denn es gibt Menschen, die nicht nur um sich und ihre Lieben besorgt sind, sondern auch andere im Blick haben. Sie ähneln Josef, der zwar kurz zurückschaut, aber trotzdem zügig und kraftvoll vorausschreitet. Manche tragen Lasten, andere geben Licht als Orientierung und wieder andere wirken wie behütende Engel mit menschlichem Antlitz. Das ist das Licht, das von Weihnachten her zu uns hineinstrahlt und es liegt an uns, dieses Licht bewusst wahrzunehmen. Die bunten Lichterketten in unseren Fenstern bezeugen die Sehnsucht nach diesem Licht, gerade in den dunklen und kurzen Tagen. Josef, Maria, Jesus und die Tiere bleiben nicht stehen. Sie gehen weiter nach dieser Nacht der Nächte: Weihnacht. Es liegt an jedem einzelnen, jeder einzelnen von uns, was er oder sie von dieser Weihnacht für sich mitnimmt, wie es auch in der 5. Strophe von EG 548 heißt: „Was soll ich weiter fragen. Ich habe manches mitgemacht -wem trau ich mehr: der einen Nacht oder den vielen Tagen, oder den vielen Tagen?“
Ich wünsche uns allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr 2026 Gottes Begleitung.
Ihr Sascha Herrmann
Stellenausschreibung
Die Evangelische Kirchengemeinde Emmerich sucht ab sofort eine/n Erzieher/in (m/w/d) für die Evangelische Kindertageseinrichtung Hansastraße.
Alternativ kann eine Kraft mit einer Qualifikation gemäß der Verordnung zu den Grundsätzen über die Qualifikation und den Personalschlüssel (Personalverordnung des Landes NRW) eingestellt werden.
Die Stelle soll ab sofort in Vollzeit mit einem Umfang von 39 Wochenstunden besetzt werden.
Ihre Aufgaben:
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Sie begleiten Kinder bedarfsgerecht auf ihrem Weg zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten.
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Sie leben Kompetenzpartnerschaft mit Eltern und sind ihnen kompetenter Ansprechpartnerin.
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Sie beteiligen sich an der Weiterentwicklung der Einrichtungskonzeption und setzen die Inhalte um.
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Sie achten auf die Einhaltung des Kinderschutzes und unterstützen unser Team in der Umsetzung von Kinderrechten.
Wir erwarten:
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eine Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieherin oder andere Qualifikationen entsprechend der Personalverordnung • Organisationsfähigkeit und selbständige Arbeitsweise • Team-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit • Bereitschaft zur persönlichen Weiterbildung • Flexibilität im Bereich der Vormittags- und Nachmittagsbetreuung • mit der Arbeit am PC vertraut Wir bieten: • eine unbefristete Stelle in Vollzeit mit 39 Wochenstunden und Vergütung nach BAT-KF, • betriebliche Altersvorsorge (KZVK) • ein hoch motiviertes Team von qualifizierten Erzieherinnen, die sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen freuen
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einen attraktiven Arbeitsplatz in unserer als Familienzentrum zertifizierten Kindertagesstätte
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qualifizierte Fachberatung und die Möglichkeit, sich kontinuierlich fortzubilden
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kollegiale Unterstützung durch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ihre schriftliche Bewerbung senden Sie bitte bis spätestens 15.02.2026 an die Evangelische Kindertageseinrichtung Hansastraße, z.Hd. Leiterin Frau Rebecca Reintjes, Hansastraße 7, 46446 Emmerich am Rhein.
Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Frau Rebecca Reintjes, Leitung der Kindertageseinrichtung, Tel. 02822/5470
