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ANDACHT 

Lachen in der Bibel

Wenn ich nach Lachen und Witz in der Bibel suche, tue ich mich als

pietistisch geprägter Christ etwas schwer.

Soll doch das Buch der Bücher die Bibel, uns Lebensbegleiter, Tröster, Kraftquell und Ermahner sein!

Die Bibel ist ein Quell reich an Lebensweisheiten, Ratschlägen, Zuspruch, aber auch ein Buch von Menschen geschrieben -für Menschen-, sozusagen aufgeschrieben als Zeitzeugnis.

Und warum sollte es da nicht Stellen geben, wo wir herzlich lachen können, oder gar Gott über uns Menschen lacht?

Hat Jesus gelacht?

Ein fröhlicher Erdenbürger war er bestimmt, machte er doch Wasser zu Wein – also auch ein Genussmensch?

Als wahrer Mensch ganz sicherlich, aber in der Bibel wird nicht darüber berichtet.

Lange Zeit galt in der Kirche die Auffassung, unser Leben hier auf Erden sei schwer genug, da gäbe es nichts zu lachen.

Man spricht nicht umsonst vom „ Heiden“-Spaß.

Deshalb müsste man sich nach der Ursache fragen, worauf der Mangel an Witz und Humor im Christentum beruht.

Ist es mangelnde Toleranz, fürchtet man versteckte Kritik?

Mir fallen spontan Don Camilo und Peppone ein, diese herzerfrischenden Geschichten um den listigen und schlitzohrigen Priester eines kleinen italienischen Dorfes und seinen schwerfälligen, kommunistischen Gegenspielers auf dem Bürgermeisteramt.

Da treffen Humor, Witz, ebenbürtige Schlagfertigkeit, der Eine in der Auseinandersetzung mit seinem Gott, der Andere mit seiner Partei aufeinander.

Können wir ähnliche Stellen in der Bibel finden?

Gleich zu Beginn in der Bibel heißt die Übersetzung aus dem Hebräischen für „öd und leer“:

Tohuwabohu, das kennen wir doch, dieses Tohuwabohu.

„Lachen“ als solches kommt vielleicht zwanzigmal in der Bibel vor eigentlich nicht oft und das meist im Alten Testament.

Setzen wir jedoch „lachen“ gleich mit sich freuen, zufrieden, glücklich sein, dann sieht das schon ganz anders aus:

So lacht Abrahams Frau Sara Gott geradezu bei der Verheißung, dass sie noch in hohem Alter einen Sohn gebären solle – und der Heißersehnte wird „Isaak“ genannt, was bedeutet: „ und Gott lachte“

Bei dem Propheten Hiob gibt es genügend Stellen wie z.B.:

„Im Verderben wirst du lachen und dich nicht fürchten.“

In der Geschichte von Jona und dem Wal wird gehadert, getrotzt, gemotzt und gelächelt. Jona unternimmt alles Mögliche, um dem Auftrag Gottes zu entgehen. Schon die Geschichte mit dem Wal klingt fast humorig, aber als dann Gott dem geplagten Jona ausgerechnet eine Rizinuspalme als Schattenspender zur Rast schickt, die gleich am nächsten Tag vom Wurm befallen verdorrt, wird es schon komisch.

Gottlob hat Jona nicht vom Baum gegessen, da musste Gott selbst über das Gebrummel und Getue, das ihm später dann im Zorn auf die Nerven ging, lachen!

Auch im Neuen Testament lesen wir vom Lachen:

Zum Beispiel: „selig seid ihr – denn ihr werdet lachen“

Übrigens glaubte Martin Luther fest daran, dass auch im Himmelreich mit „Leib und Seele gelacht“ werde.

Ich will es jetzt damit belassen. Falls ihr Lust auf mehr bekommen habt begebt euch selber auf die Suche.

 

Als Abschluss ein kleiner Witz:

Ein Busfahrer und ein Pfarrer stehen an der Himmelspforte, doch Petrus lässt nur den Busfahrer rein.

Der Pfarrer wundert sich und protestiert.

Daraufhin sagt Petrus:

„Wenn du gebetet hast, haben alle geschlafen. Wenn der Busfahrer geschlafen hat, haben alle gebetet. Amen.

(Alf Siebeneicher)